Seletti – italienisches Design zwischen Kunst und Alltag
Ein Affe, der eine Lampe wie eine Fackel in die Höhe hält. Ein Teller, dessen Muster zur einen Hälfte chinesisch und zur anderen europäisch ist. Seletti nimmt vertraute Alltagsgegenstände und macht daraus Objekte, die man so noch nie gesehen hat. Dahinter steht eine italienische Marke, die Design, Pop-Art und eine gehörige Portion Humor zusammenbringt – und dabei den schmalen Grat zwischen Einrichten und Inszenieren bewusst überschreitet.
Vom Fernost-Importeur zur Designikone
Die Geschichte beginnt 1964 in Cicognara, einem Dorf in der Provinz Mantua. Romano Seletti gründet dort ein Unternehmen, das einfache Haushaltswaren aus Fernost nach Italien bringt – Dinge, die sich jeder leisten kann und die fast jeder kennt. Der Sprung zur Designmarke kommt mit der nächsten Generation: In den 1980er-Jahren steigen seine Kinder Stefano und Miria ein, Stefano mit gerade einmal 17 Jahren. Statt Gegenstände nur zu importieren, geben sie ihnen eine eigene gestalterische Handschrift. Aus diesem Gedanken entsteht 2008 die Reihe Estetico Quotidiano: Plastikbecher, Milchtüten und Gießkannen, originalgetreu in feinem Porzellan und hitzebeständigem Glas nachgebildet. Das Wegwerfprodukt wird zum Sammlerstück. Dieser Dreh, das Banale ernst zu nehmen und zugleich mit einem Augenzwinkern zu behandeln, prägt den unverwechselbaren Stil der Marke bis heute.
Was Seletti-Design ausmacht
Im Zentrum steht die Lust, Erwartungen zu brechen. Seletti verbindet klare Form und echte Funktion mit Ironie, kräftiger Farbe und Verweisen auf Kunst und Fotografie. Ein schlichtes Gedeck kann so zur Bühne werden, eine Lampe zur Skulptur. Vieles entsteht in Zusammenarbeit mit namhaften Designern und Studios: Marcantonio steuert die tierischen Entwürfe bei, das Studio CTRLZAK die Porzellanwelten, und aus der Kooperation mit den Fotokünstlern Maurizio Cattelan und Pierpaolo Ferrari ging die schrille Reihe Seletti Wears Toiletpaper hervor, bei der Motive aus ihrem Kunstmagazin auf Teller, Kissen und Teppiche wandern. So bleibt die Kreativität ständig in Bewegung, während die Qualität in Material und Verarbeitung konstant hoch ist. Bei aller Verspieltheit sind das keine bloßen Gags, sondern sauber gefertigte Designobjekte.
Ikonen wie die Monkey Lamp und Hybrid
Manche Entwürfe sind längst Designklassiker. Der bekannteste ist die Seletti Monkey Lamp von Marcantonio: ein detailgenau aus Kunstharz geformter Affe, bei dem sogar die Fellstruktur erkennbar ist und der seine Leuchte wie eine Fackel hält. Es gibt ihn sitzend, stehend und als hängende Wandvariante, in Weiß und in einer schwarzen Edition, für drinnen wie für draußen. Wer ein einzelnes Stück sucht, das einen Raum trägt, ist mit der Seletti Affenlampe bestens bedient: Als Steh- oder Tischleuchte wird der Affe im Flur oder neben dem Sofa sofort zum Blickfang, an der Wand klettert er scheinbar nach oben – Beleuchtung und Skulptur in einem. Ähnlich eigenständig ist die Seletti Hybrid Serie von CTRLZAK. Ihr Porzellan und ihre Vasen legen östliche und westliche Dekormuster übereinander, bis aus zwei Traditionen ein neues, stimmiges Bild entsteht – daher der Name. Genau diese Originalität hat Seletti zu einer festen Größe im internationalen Design gemacht.
Möbel, Leuchten und Accessoires von Seletti
Seletti endet nicht bei der Leuchte. Zum Sortiment gehören ebenso Seletti Designermöbel wie das auffällige Hot-Dog-Sofa, dazu Stühle, Schränke und eine breite Auswahl an Seletti Designeraccessoires für Tisch und Wand: Geschirr, Vasen, Spiegel und Dekoobjekte. Damit lässt sich nicht nur ein einzelner Akzent setzen, sondern ein ganzer Raum gestalten, in dem Kunst auf den Alltag trifft. Wer Einrichtung mag, die eine Geschichte erzählt und Gäste zum Reden bringt, findet bei Seletti Stücke mit Haltung und Humor.


